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Regulierungsmöglichkeiten für Gewerbetreibende und Unternehmen

Regulierungsmöglichkeiten für Gewerbetreibende und Unternehmen

Im Ernstfall abgesichert sein:

Jeder von uns wünscht sich, dass einem geholfen wird, wenn dies Mal notwendig sein sollte. Als Solidargemeinschaft gilt in vielen Bereichen des Lebens das Prinzip Fördern und Fordern. Einerseits durch Zahlung von Versicherungsbeiträgen einen Vorteil in bestimmten Situationen zu erhalten und so eine Regulierung fördern. Anderseits diesen auch einfordern zu können, wenn es darauf ankommt. Doch als Unternehmen gelten oft andere Regelungen sowie Konditionen, wenn es um die Absicherung im beruflichen Alltag geht.

Wichtige Versicherungen für Unternehmen sowie Gewerbetreibende

Je nach Art des Gewerbes kann der Abschluss folgender Versicherungen sinnvoll sein:

Krankenversicherung:

Diese Versicherungsart ist sowohl für Gewerbetreibende als auch Privatpersonen seit dem 01.04.2007 Pflicht. Firmen können sich zwischen dem Abschluss einer privaten oder freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung entscheiden. Verschiedene Vor- und Nachteile gilt es hier zu beachten. Je nach monatlichen Umsatzhöhe kann sich die Einstufung in einen privaten Krankenversicherungstarif lohnen.

Hierbei darf nicht das Wort freiwillig missverstanden werden. Aufgrund der Krankenversicherungspflicht muss man sich so oder so in diesem Segment versichern lassen, solange der Versicherungsnehmer den gewöhnlichen Aufenthaltsort- beziehungsweise Hauptwohnort in Deutschland hat. Es gibt Menschen, welche im Ausland wohnen, in Deutschland jedoch arbeiten. Unter Umständen kann es dann zu Sonderregelungen kommen.

Rechtsschutzversicherung:

Sie reguliert bei Rechtsstreitigkeiten und übernimmt beispielsweise Gerichtskosten- sowie Anwaltskosten und Aufwendungen bei Rechtsberatungen. Beispielsweise können Ausgaben sowie Kosten aus einem Rechtsstreit in Bezug auf ein Arbeitsvertragsverhältnis adäquat reguliert werden.

Cyberversicherung:

Diese soll Folgen, beispielsweise eines Hackerangriffs, finanziell abfedern. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen vor dem Angriff schon diverse Maßnahmen ergriffen hat, um seine IT-Peripherie zu schützen. Ein Mindestmaß an Absicherung sollte hier erfolgt sein, wobei das nicht immer ausreicht, sonst wäre eine Cyberversicherung in der Folge überflüssig. Ein Virenschutz ist für datenverarbeitende Firmen unabdingbar. Separate Zugänge und Passwortschutzmaßnahmen gehören ebenfalls zum Pflichtprogramm, wenn es um die Datensicherheit geht. Das regelmäßige Erstellen von Back-ups und einen Nachweis darüber zu haben, kann ebenfalls sinnvoll sein, um im Schadensfall eine Absicherung nachweisen zu können.

Betriebliche Einkommensversicherung:

Einkommensversicherung springen dann ein, wenn die eigene Arbeitskraft oder die eines Angestellten nicht mehr für betriebliche Zwecke eingesetzt werden kann. Durch beispielsweise einen Unfall oder andere körperliche Schädigungen fällt schnell das Einkommen weg, welches jedoch der Existenzsicherung dient. Eine Einkommensversicherung, welche oft auch mit einer Unfallversicherung einhergeht, dient der finanziellen Überbrückung für Einkommensberechtigte innerhalb eines Unternehmens, also dem Personal.

Betriebliche Altersvorsorge:

Um im Rentenalter abgesichert zu sein, kann man eine betriebliche Altersvorsorge abschließen. Diese können mit Pensionsfonds und Lebensversicherungen einhergehen und dienen prinzipiell der Rücklagenbildung.

Gewerbliche Gebäudeversicherung:

Zu Bränden sowie Schäden durch Stürme oder im Bereich Sanitär und Leitungswasser kann es immer kommen. In dieser Situation sollte man eine gewerbliche Gebäudeversicherung besitzen, damit solch ein Vorfall nicht die berufliche Existenz kosten kann. Zerstörte Warenbestände oder eine geschädigte IT-Infrastruktur innerhalb eines Unternehmens sowie Kosten durch eine Feuerlöschaktion können so reguliert werden. Auch finanzielle Aufwendungen durch Abbruch- oder Aufräumaktionen sowie Frostschäden und Wasserschäden im Allgemeinen sind nicht nur Ärgernisse, sondern lassen sich so monetär auffangen.

Betriebshaftpflichtversicherung:

Diese deckt ausschließlich Schäden ab, welche von Mitarbeiter eines Unternehmens oder vom Betrieb selbst verursacht wurden. Diese Regulierungsmöglichkeit soll unterschiedliche Schadensersatzansprüche von Mitarbeitern, Klienten, Lieferanten oder auch Besuchern ausreichend abdecken. Beim Abschluss sollten verschiedene Konditionen und eine Deckungshöhe eingebaut sowie vereinbart werden, um Schäden adäquat und möglichst komplett regulieren zu können.

Berufshaftpflichtversicherung:

Als Regulierungsmöglichkeit dient diese Versicherung für unterschiedliche Berufsgruppen bei entstandenen Vermögensschäden in Bezug auf bisherige erbrachte Leistungen. Es gibt verschiedene Tätigkeitsbereiche und Gruppierungen, wo diese Versicherungsart verpflichtend abgeschlossen werden muss, beispielsweise Apotheker, Steuerberater, Hebammen oder auch Notare. Andere Berufsgruppen wird geraten, eine Betriebshaftpflichtversicherung abzuschließen, da nicht jede Versicherung im Bereich Haftpflicht alle Fälle abdeckt.

Inhaltsversicherung / Geschäftsinhaltsversicherung:

Sie deckt Schäden am Betriebsinventar, Warenbeständen und auch Produkten ab, welche dem jeweiligen Unternehmen zugehörig sind. Auch eine mögliche Wiederanschaffung oder notwendige Instandsetzung wird durch diese Versicherungsart sinnvoll reguliert.

Elektronikversicherung:

Betriebe mit elektronischen Anlagen sollten sich eine Elektronikversicherung zulegen. Diese greift bei Schäden durch Überspannung, falsche Anlagenbedienung, Überschwemmung und andere Ursachen. Auch bei Datenverlust und Wiederherstellung dieser reguliert sie die entstandenen Schäden. Festplatten und andere installierte Datenträger, welche ein fester Bestandteil von Computern sind, können mitversichert werden. Spezielle Geräte im Bereich Prozess – oder Prüftechnik, Bild- und Ton sowie Medizintechnik oder Kommunikations- beziehungsweise Datenverarbeitung sind Segmente, welche oft von Schäden betroffen sind.

Kfz-Versicherung:

Versicherungen dieser Art zahlen Schäden, welche Dritte durch beispielsweise Fahrzeugführer entstanden sind. Teil dieser Regulierungsart sind Kaskoversicherungen, wobei hier in Teil- und Vollkasko unterschieden wird. Schäden am eigenen Kraftfahrzeug werden zudem in der Regel mitversichert. Zu erwähnen ist, dass eine Meldung von Schäden am eigenen Auto gleichzeitig auch die Hochstufung im Bereich der Schadenfreiheitsklasse erfolgt.

Vermögensschadenhaftpflicht:

Eine Versicherung im Segment Vermögensschadenhaftpflicht bietet weit mehr Leistungen an als eine normale Berufshaftpflichtversicherung. Sie reguliert Schäden von Dritten oder an Personen, welche alltäglich aus Versehen oder auch durch Unfälle entstanden sind. Einzelunternehmen haften oft mit dem Privatvermögen, was das finanzielle und berufliche Aus bedeuten kann. Ein Abschluss solch einer Versicherung kann also Sinn ergeben, da Vorfälle wie eben Unfälle jederzeit geschehen können, diese sind nicht vorhersehbar.

Betriebsunterbrechungsversicherung:

Ein Stillstand des eigenen Betriebsablaufs kann jederzeit und unerwartet erfolgen. Beispielsweise, wenn Maschinen ausfallen oder ein Feuer ausbricht. Eine Betriebsunterbrechungsversicherung greift ab dem Zeitpunkt, wo durch solche Vorfälle keine Erträge sowie Einnahmen erwirtschaftet werden können. Die Zahlung von Leistungen endet nach der Wiederaufnahme des normalen Betriebsablaufs. Verschiedene Posten werden von der Versicherung übernommen, worunter auch Gehalts- und Lohnzahlungen sowie Miet- beziehungsweise Pachtzahlungen zählen. Viele Unternehmen schließen weitere Sachversicherungen ab, welche unter Umständen mit der Betriebsunterbrechungsversicherung.

Weitere wichtige Versicherungen:

Neben den aufgezählten Absicherungsmöglichkeiten kann es als Unternehmer oder auch Angestellter sinnvoll sein, weitere Regulierungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Weitere wichtige Versicherungen stellen beispielsweise die Produkthaftpflichtversicherung dar, welche optional abgeschlossen werden sollte. Bei der Auswahl von Anbietern in Bezug auf das Abschließen einer Unfallversicherung ist darauf zu achten, dass auch Wegeunfälle beziehungsweise körperliche Schäden, welche durch das Pendeln vom eigenen Zuhause zur Arbeitsstelle und zurück entstehen können, notfalls reguliert werden.

Individuelle Lösungen und Tipps:

Generell gilt, nicht jeder Gewerbetreibende handelt und agiert gleich. Aufgrund unterschiedlicher Vorgaben, Einkommenshöhen und Betriebswerden variieren die Möglichkeiten und monatliche Versicherungsbeiträge doch sehr stark. Viele Anbieter, welche Schäden abwenden, regulieren oder Vorsorge bildend arbeiten, machen die Beitragshöhen, welche gezahlt werden müssen, von verschiedenen Faktoren abhängig. Kleinunternehmer sowie Soloselbstständige wollen sehr oft von denselben Leistungen profitieren wie Firmeninhaber und Angestellte von großen Firmen sowie Konzernen. Das ist normal und nicht verwerflich.

Fakt ist aber auch, dass diese nicht dieselben Beitragshöhen leisten können aufgrund des geringeren Umsatzes. Hier schaut die jeweilige Versicherung oft im Vorfeld auf die Einnahmen und Umsätze von den Gewerbetreibenden. Existenzgründer, welche sich neu versichern lassen wollen, müssen überlegen, welche zukünftigen Umsätze für sie realistisch sind. Anhand von Schätzungen ist es dann möglich, beispielsweise zwischen einer privaten und einer freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung auszuwählen.

Anbieter von Versicherungen bieten häufig sogenannte Paketlösungen an. Mehrere Absicherungen auf einen Schlag zu haben, hört sich immer sehr gut an. In erster Linie sollte man immer darauf achten, dass solche Versicherungspakete verschiedene Leistungen zwar bündeln, darin oft aber auch Klauseln und Angebote integriert werden, welche überflüssig sind. Diese kosten dem Versicherten monatlich mehr Geld und bedeuten zugleich einen höheren finanziellen Aufwand.

Viele Versicherungsmakler sind im Bereich von Argumentation und Rhetorik sehr gut geschult, blumige Argumentationen und Vorteilskommunikation gehört zum normalen Geschäft dazu und soll Vertrauen schaffen. Um die eigene Übersicht und einen klaren Kopf zu bewahren, sollte man im Vorfeld sich im Internet sowie bei mehreren Anbietern erkundigen, welche Versicherungen wirklich gebraucht werden. Die Richtigen und Notwendigen abzuschließen bedeutet gleichzeitig auch, bares Geld und Aufwendungen zu sparen. Eine steuerliche Absetzbarkeit von Versicherungsbeiträgen kann zudem geprüft werden.